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Studie: Frisch- und Abwassermonitor für das Bundesland Hessen
(PDF, 1.555 KB) (Dokument-Nr.: 82806)
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Auch an Lahn und Dill variieren die Wasserkosten erheblich
In Hessen variieren die Preise/Gebühren für Frisch- und Abwasser zwischen den Kommunen zum Teil erheblich. Das ergibt die Studie „Frisch- und Abwassermonitor für das Bundesland Hessen“, die im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, unter Federführung der IHK Lahn-Dill, von dem Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR in Darmstadt erstellt wurde. Es konnten große Unterschiede bezüglich der Preise/Gebühren für Frisch- und Abwasser zwischen den Kommunen in den vergangenen Jahren herausgearbeitet werden.
Auch für den Bereich der IHK Lahn-Dill zeigt die Studie, dass die Kommune mit der höchsten Frischwassergebühr, Ehringshausen im Lahn-Dill-Kreis über 100 Prozent mehr pro Kubikmeter verlangt als die Kommune mit der günstigsten Frischwassergebühr, Breitscheid, ebenfalls im Lahn-Dill-Kreis.
„Die Frisch- und Abwasserpreise/-gebühren stellen für Unternehmen einen wichtigen Standortfaktor dar“, erklärt Burghard Loewe, Stellvertretender IHK Hauptgeschäftsführer. „Alle Wasserunternehmen, ob sie nun privatwirtschaftlich organisiert sind oder unter der Regie der Kommunen stehen, verfügen im Endkundengeschäft über eine marktbeherrschende Stellung. Gewerbekunden und Bürger können nicht zu anderen Anbietern wechseln. Den Wasserversorgungsunternehmen fehlen daher insoweit Anreize für effizientes Wirtschaften; steigende Kosten können so in der Regel problemlos auf die Kunden umgewälzt werden. Durch diese Monopolstrukturen entstehen nicht nur den Kunden, sondern der gesamten Volkswirtschaft erhebliche Nachteile“, so Burghard Loewe weiter.
Die hessischen Industrie- und Handelskammern wollen mit der Vorstellung des Frisch- und Abwassermonitors Transparenz für die Mitgliedsunternehmen der IHK erzeugen. Um eine hessenweite Vergleichbarkeit der Gebühren und Preise zu ermöglichen, sind bei der diesjährigen Untersuchung sechs realistische Szenarien gebildet worden, die letztlich auch Rückschlüsse auf die Standortrelevanz der Wasser- und Abwassergebühren/ -preise zulassen. Aus dem Umweltmanagementregister EMAS wurden aus den Branchen Großbäckerei, Galvanik, Spedition, Druckerei, Energie- und Sanitäranlagenbau und Blechverarbeiter, existierende Daten über deren Wasserbedarf, Abwasserbedarf und der versiegelten Fläche verwendet. Das Ergebnis für den Bereich der IHK Lahn-Dill zeigt, dass bei der Summe der Frischwasser- und Abwasserpreise der verwendeten Unternehmenstypen Preisunterschiede von fast 110 Prozent auftreten. Am besten schneiden fast immer Dillenburg im Lahn-Dill-Kreis und Breidenbach im Landkreis Marburg-Biedenkopf ab, während Bischoffen (Lahn-Dill-Kreis) meist die teuerste Standortkommune für diese Betriebe wäre Dies tangiert dann sehr wohl die Standortqualität der betroffenen Kommunen.
Über den im Internet verfügbaren „Abwassermonitor“ (www.wasserpreise-hessen.de) werden regionale Unterschiede in den kommunalen Preisen/Gebühren für Frisch- und Abwasser visualisiert und vergleichbar dargestellt. Damit können Unternehmen ihre anfallenden Frisch- und Abwasserkosten im Zeitverlauf analysieren und zwischen den Kommunen vergleichen. Der Anwender kann dabei die benutzerspezifischen Verbrauchswerte anpassen, die für ihn relevante Region auswählen und entsprechend auswerten lassen. Aber auch die Gesamtstudie steht im Internet in der rechten Spalte zum Download bereit.
Ziel der Bemühungen der hessischen IHKs ist es, längerfristig auf eine Senkung der Preise/Gebühren hinzuwirken, um die Kommunen als Unternehmensstandorte attraktiver zu machen. Die Preis-/Gebührensenkung kann beispielsweise über verstärkte interkommunale Kooperationen wie Verbundsysteme erreicht werden. Einsparungen bei der gemeinsamen Wasserförderung oder der Entsorgung von Abwasser könnten so an die Unternehmen, aber natürlich auch an die privaten Haushalte, weitergegeben werden.
© IHK Lahn-Dill
Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenen Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen.
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