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IHK-Unternehmensbarometer

Weiterbildung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegen den Fachkräftemangel  - Befragung bei IHK-Firmen an Lahn und Dill -

Wetzlar, 06.08.2010

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel setzen die Unternehmen an Lahn und Dill vor allem auf die Themen Weiterbildung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dies ergab die Auswertung des 14. Unternehmensbarometers 2010 im Kammerbezirk. „Die verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte spielt in der Region eine eher untergeordnete Rolle“, so Wolfgang Moser, Chefökonom der Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill.

Sechs von zehn IHK-Firmen haben bereits heute Probleme mit der Besetzung offener Stellen. 50 Prozent der Unternehmen  berichten von Schwierigkeiten bei Stellen, für deren Besetzung eine Ausbildung als Fachwirt, Meister oder ein anderer Weiterbildungsabschluss notwendig ist. Bei Positionen, die eine duale Ausbildung voraussetzen, klagen 36 Prozent der Firmen über Schwierigkeiten. Hingegen können Tätigkeiten, die ein Qualifikationsniveau wie Master/ Universitätsabschluss erfordern, aktuell zumeist besetzt werden. Gleiches gilt für Beschäftigungen, für die eine Ausbildung nicht notwendig ist.

Aufgrund des demographischen Faktors – Rückgang der Erwerbstätigen in den nächsten Jahren – erwartet knapp die Hälfte der Firmen einen Fachkräftemangel sowohl bei den Hochqualifizierten als auch bei den Fachkräften im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Etwas mehr als jedes dritte Firma kann die Situation derzeit nicht einschätzen. Über alle Berufsgruppen hinweg betrachtet, gehen 40 Prozent der Firmen in den nächsten fünf Jahren von einem Fachkräftemangel aus.

Die Firmen wollen diesem Problem durch verschiedene Maßnahmen begegnen: Während bei der Ausbildung im Umfang weitgehend auf das Beibehalten des gegenwärtigen Niveaus gesetzt wird, beabsichtigen 45 Prozent der Firmen bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter mehr als bisher zu tun. 55 Prozent wollen in gleichem Umfang wie bisher weiterbilden. Auf verstärkte Beschäftigung älterer Arbeitnehmer (ab 55 Jahre) sowie verstärkter Ausbildung setzen lediglich 18 Prozent  der Firmen. Für ein Drittel der Firmen sind verstärkter Einsatz von Instrumenten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf  ein probates Mittel. Überraschend: Keines der befragten Unternehmen möchte in den nächsten fünf Jahren mehr ausländische Fachkräfte anwerben als bisher, etwas mehr als ein Drittel belässt es auf dem gegenwärtigen Umfang und 9 Prozent wollen weniger als bisher ausländische Fachkräfte anwerben.

DOKUMENT-NR. 71679

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