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ENERGIE UND ROHSTOFFE FÜR MORGEN

Energiewende an Lahn und Dill

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Die deutsche Politik hat mit ihren Beschlüssen einen grundlegenden Umbau der Energieversorgung eingeleitet. Bei der Rohstoffversorgung haben wir es mit einem knappen Angebot und steigenden Preisen zu tun. Begriffe wie – Versorgungssicherheit, Energieinfrastruktur und Standortfrage, Energieverbrauch und Preissteigerung – sind für die Unternehmen zentrale Themen geworden.

Die hessische Politik gibt Ziele vor: den Endenergieverbrauch (Strom und Wärme) bis 2050 weitestgehend aus erneuerbaren Energien zu decken; die Energieeffizienz zu steigen und gleichzeitig Energie einzusparen und die Infrastruktur für die Energie auszubauen. Wie diese Ziele erreicht werden können, dazu gab es im Herbst einen Energiegipfel. Doch bleiben viele Detailfragen offen. Grund genug, dass sich die Industrie- und Handelskammern einmischen und Fragen stellen. Wie kann eine sinnvolle Arbeitsteilung von Unternehmen und Staat aussehen? Ist Deutschland fit für die Energiewende? Wo fehlt die Infrastruktur? Bleiben die Preise wettbewerbsfähig? Wie lassen sich Planungs- und Umsetzungsprozesse beschleunigen? Wo können Unternehmen mit Ressourcen noch schonender umgehen? Diese politisch motivierten Fragen werden die IHKs in den beiden Jahresveranstaltungen in Mittelhessen stellen.

Die Energieversorgung in Hessen umfasst etwa 40 Terrawattstunden pro Jahr für den Stromverbrauch und etwa 90 Terrawattstunden pro Jahr für die Wärmenergie. Einen großen Teil für den Stromverbrauch etwa 16 Terrawattstunden pro Jahr haben bisher die beiden Atomkraftwerke Biblis A und B produziert. Diese fallen jetzt weg. Ein Teil der Lücke kann zukünftig mit der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gefüllt werden. Der andere Teil muss mit Stromeinsparungen geschlossen werden. Das heißt ganz konkret, neben den privaten Haushalten müssen die Unternehmen den Stromverbrauch senken. Einfacher gesagt als getan. „Dies setzt voraus, dass ein Management aufgebaut wird und qualifiziertes Personal vorhanden ist“ , so Thomas Klaßen, Umweltberater der IHK Lahn-Dill. Klaßen weiter: „ Die IHKs werden den Unternehmen ein passgenaues  Qualifizierungsangebot unterbreiten“. Neben dem Zertifikatslehrgang EnergieManager IHK, der in ganz Europa anerkannt ist, finden bei den IHKs zahlreiche Workshops zu Energieeinspar-maßnahmen statt. Will man sich mit anderen Kolleginnen und Kollegen austauschen, so bietet sich dazu die Gelegenheit bei dem IHK–Energieeffizienzstammtisch. Alle drei Monate treffen sich die Mitglieder des Stammtisches.

Bevor ein Unternehmen weiß wo es sparen kann, muss es ermitteln an welcher Stelle im Unternehmen Energie verbraucht wird. Daten müssen gesammelt werden. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und legte dazu ein breites Beratungsprogramm bei der KfW-Bankengruppe auf. Es nennt sich Sonderfonds Energieeffizienz in KMU und unterteilt sich in eine Initial- und Detailberatung. Die Unternehmen bekommen Zuschüsse bis zu einer Höhe von 80 %. Die IHK Lahn-Dill ist für den IHK Verbund Mittelhessen Regionalpartner der KfW und nimmt die Antragsunterlagen entgegen. Die erhobenen Daten bilden die Grundlage für weitere Aktionen im Unternehmen.

Einsparpotenziale im Energieverbrauch lassen sich am besten im Austausch mit Gleichgesinnten heben. Die Unternehmen verlangen nach schnellen, praxisnahen Lösungen. „Auch hier bieten wir den Unternehmen ein maßgeschneidertes Angebot“, sagt Klaßen und führt weiter aus: „ Wir wollen ein lokal lernendes Netzwerk mit rund zehn Unternehmen ins Leben rufen“. In halbtägigen Netzwerktreffen werden die Querschnittstechnologien besprochen. Denn der Erfahrungsaustausch mit anderen lokalen Unternehmen erleichtert Entscheidungen.

DOKUMENT-NR. 75306

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